Behandlung von psychischen Störungen

Wurde eine Straftat im Zusammenhang mit einer schweren psychischen Störung begangen, kann das Gericht eine stationäre Behandlung anordnen, wenn damit der Gefahr weiterer Straftaten begegnet werden kann. Ziel der Behandlung ist in erster Linie die Verminderung des Rückfallrisikos durch geeignete therapeutische Interventionen. Die Dauer der stationären Behandlung ist auf 5 Jahre beschränkt. Sie kann aber durch das Gericht um jeweils 5 Jahre verlängert werden, wenn die Voraussetzungen einer bedingten Entlassung noch nicht erfüllt sind. Die Vollzugsbehörde hat jährlich zu prüfen, ob die straffällige Person bedingt zu entlassen oder die Massnahme aufzuheben ist. Scheitert die stationäre Behandlung, kann durch das Gericht der Vollzug der Strafe, eine andere Massnahme oder unter Umständen die Verwahrung angeordnet werden.

Rahmenbedingungen und Durchführung

Stationäre Behandlungen von psychischen Störungen werden in geeigneten Kliniken, Massnahmevollzugseinrichtungen oder – bei einem entsprechenden therapeutischen Angebot – in Justizvollzugsanstalten vollzogen. Im Kanton Zürich werden stationäre Behandlungen in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies und in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich in Rheinau (ehemals Psychiatriezentrum Rheinau) durchgeführt. Auf dem Gebiet des Ostschweizer Strafvollzugskonkordats werden zudem Massnahmeklienten unter anderem im Massnahmezentrum Bitzi behandelt. 

Mehr zum Thema

Rechtliche Grundlagen