Electronic Monitoring

Was ist Electronic Monitoring?

Im Electronic Monitoring setzt die verurteilte Person die bisherige Arbeit, Ausbildung oder Beschäftigung während der Strafverbüssung fort und verbringt die Ruhe- und Freizeit im elektronisch überwachten Hausarrest. Die Bewährungs- und Vollzugsdienste legen zusammen mit der verurteilten Person einen Wochenplan fest mit Arbeits- und Hausarrestzeiten. Zu den festgesetzten Hausarrestzeiten muss sich die verurteilte Person in der Wohnung aufhalten. Die Überwachung erfolgt über einen Sender, der während der gesamten Dauer der Strafverbüssung am Fussgelenk der überwachten Person befestigt ist (sogenannte Fussfessel). Der Sender schickt über Radiofrequenz elektronische Signale an den Electronic Monitoring-Server. Stimmen die Signale nicht mit den programmierten Hausarrestzeiten überein, gibt es einen Alarm, der an die Bewährungs- und Vollzugsdienste übermittelt wird.

Die Bewilligung zur Strafverbüssung in Electronic Monitoring kann an Auflagen und Bedingungen geknüpft werden, zum Beispiel die Teilnahme an einem Lernprogramm.

Welche Strafen können in Electronic Monitoring verbüsst werden?

Electronic Monitoring ist möglich für Freiheitsstrafen von 20 Tagen bis höchstens 12 Monaten. Mehrere Strafen werden zusammengerechnet.

Welches sind die Voraussetzungen für Electronic Monitoring?

  • Die verurteilte Person muss ein Gesuch stellen
  • Sie verfügt über ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz und das Gericht hat keine Landesverweisung ausgefällt
  • Die verurteilte Person hat eine Arbeitsstelle oder befindet sich in einer Ausbildung.
    Der Beschäftigungsumfang muss mindestens 20 Stunden pro Woche betragen. Haus-, Erziehungsarbeit oder Arbeitsloseneinsatzprogramme sind gleichgestellt
  • Die Vollzugsbedingungen müssen eingehalten werden
  • Die verurteilte Person verfügt über eine geeignete, dauerhafte Unterkunft. Als Unterkunft kann auch ein Wohnheim oder eine ähnliche, auf eine dauerhafte Unterbringung ausgerichtete Wohnform in Frage kommen, sofern sie für die Strafverbüssung geeignet ist und die Institutionsleitung dem zustimmt.
  • Die Unterkunft lässt die elektronische Datenübertragung des Überwachungsgeräts mittels Festnetzanschluss oder Mobilfunkempfang zu
  • Die verurteilte Person muss dem Vollzugs- und Wochenplan zustimmen. Sie muss ihr Einverständnis abgeben, dass den Bewährungs- und Vollzugsdiensten während der Dauer der Strafverbüssung in Electronic Monitoring jederzeit auch ohne Voranmeldung Zutritt zur Unterkunft gewährt wird
  • Alle in derselben Wohnung lebenden erwachsenen Personen müssen der Strafverbüssung in Electronic Monitoring zustimmen. Wohnt die verurteilte Person in einem Wohnheim oder einer ähnlichen Institution, muss die Institutionsleitung zustimmen. Die Zustimmung beinhaltet zugleich das Einverständnis, dass den Bewährungs- und Vollzugsdiensten während der Dauer der Strafverbüssung in Electronic Monitoring jederzeit auch ohne Voranmeldung Zutritt gewährt wird
  • Die verurteilte Person muss belegen, dass sie über eine Privathaftpflichtversicherung verfügt
  • Es dürfen keine beruflichen, familiären oder anderen
    wichtigen Gründe vorliegen, die gegen die Strafverbüssung in Electronic Monitoring sprechen
  • Es darf keine Fluchtgefahr vorliegen und es ist davon
    auszugehen, dass keine weiteren Straftaten begangen werden.

Was sind die Kosten für Electronic Monitoring

Die verurteilte Person hat einen monatlichen Beitrag von ca. Fr. 600.-- zu entrichten. Dafür sind regelmässig Vorschüsse zu bezahlen. Auf begründetes Gesuch können die Bewährungs- und Vollzugsdienste diesen Beitrag ganz oder teilweise erlassen.