Gemeinnützige Arbeit

Was ist gemeinnützige Arbeit?

Wer gemeinnützige Arbeit leistet, arbeitet seine Strafe in der Freizeit in sozialen Einrichtungen oder Werken in öffentlichem Interesse ab, zum Beispiel in einem Spital, einem Altersheim, einer Natur- und Umweltschutzorganisation oder einem
Gemeindebetrieb. Die Bewährungs- und Vollzugsdienste klären zusammen mit der verurteilten Person die Einsatzmöglichkeiten und vermittelt einen geeigneten Einsatzort. Sie bestimmt den Zeitraum, in der die gemeinnützige Arbeit zu leisten ist.

Die gemeinnützige Arbeit ist innerhalb von längstens zwei Jahren zu leisten, bei Bussen innert einem Jahr. Pro Woche sind in der Regel mindestens 8 Stunden gemeinnützige
Arbeit zu erbringen. Ein Tag Freiheitsstrafe entspricht vier Stunden gemeinnütziger Arbeit. Die Bewilligung zur Verbüssung der Strafe in gemeinnütziger Arbeit kann an Auflagen und Bedingungen geknüpft werden, zum Beispiel die Teilnahme an einem Lernprogramm.

Welche Strafen können in gemeinnütziger Arbeit verbüsst werden?

Gemeinnützige Arbeit ist möglich für Freiheitsstrafen bis höchstens 6 Monate. Mehrere Strafen werden zusammengerechnet.

Welches sind die Voraussetzungen für gemeinnützige Arbeit?

  • Die verurteilte Person muss ein Gesuch stellen
  • Sie verfügt über ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz und das Gericht hat keine Landesverweisung ausgefällt
  • Die von den Bewährungs- und Vollzugsdiensten und vom Einsatzbetrieb festgelegten Rahmenbedingungen müssen eingehalten werden
  • Die verurteilte Person willigt ein, dass die Straftatbestände, welche der Verurteilung zu Grunde liegen, dem Einsatzbetrieb bekannt gegeben werden
  • Es darf keine Fluchtgefahr vorliegen und es ist davon auszugehen, dass keine weiteren Straftaten begangen werden.

Was sind die Kosten für gemeinnützige Arbeit?

Für die Leistung von gemeinnütziger Arbeit wird kein Lohn ausbezahlt. Allfällige Fahrkosten und Spesen hat die verurteilte Person selber zu tragen.