Justizvollzugsanstalt Pöschwies

Sachbearbeitung / Aufsichtskanzel

Urlaubswesen

Urlaube, vorab Beziehungsurlaube und Ausgänge, dienen in erster Linie der Wiederein-gliederung der eingewiesenen Personen und/oder der Vorbereitung und Überprüfung von weiteren Vollzugslockerungsstufen. Menschen, die u. U. viele Jahre im Strafvollzug verbracht haben, sollen stufenweise in ihr zukünftiges Lebensumfeld in Freiheit zurück-geführt werden. Mittels erweiterten Lern- und Übungsfeldern sollen sie die Gelegenheit bekommen, sich zu bewähren, was auch aus agogischer Sicht sinnvoll ist. Was das Restrisiko angeht, so sind es die Vollzugsverantwortlichen (Vollzugseinrichtung und Einweisungsbehörde), welche unter sorgfältiger Anwendung von § 70 der Justizvoll-zugsverordnung (JVV) zu entscheiden haben, ab welchem Zeitpunkt und unter welchen Voraussetzungen sie bereit sind, bei Urlauben und Ausgängen das nie ganz auszu-schliessende Risiko für neuerliche Delikte und Verstösse gegen die angeordneten Auf-lagen in Kauf zu nehmen.
Für die Beurteilung der Urlaubsfähigkeit bestehen folgende gesetzliche Vorgaben:
• Justizvollzugsverordnung des Kantons Zürch
• Richtlinien der Ostschweizer Strafvollzugskommission über die Ausgangs- und Urlaubsgewährung
• Hausordnung der JVA Pöschwies

Unser Auftrag

Diese Vorgaben gilt es nebst weiteren Kriterien zu berücksichtigen, um letztlich den grösstmöglichen Schutz der Öffentlichkeit, in Verbindung mit der Wiedereingliederung des Strafgefangenen, sicherzustellen; dafür sind aufwändige Abklärungen nötig.
Das Urlaubswesen ist vom ersten Begehren für Urlaub/Ausgang des Strafgefangenen, über die Prüfung des Erfüllens der gesetzlichen Kriterien, der administrativen Abläufe im Zusammenhang mit der Abwicklung der meist monatlich stattfindenden Urlaube, bis hin zur Versetzung in den offenen Vollzug, in die Abläufe involviert.
Über die Urlaubsgewährung entscheidet die einweisende Behörde, sofern sie diese Kompetenz nicht an die Anstaltsdirektion delegiert hat.
In Zusammenarbeit mit den Sozialarbeitenden werden erste Abklärungen zu den Krite-rien Flucht-, Gemein- und Rückfallgefahr sowie Vollzugsverhalten ebenso geprüft, wie der soziale Empfangsraum, der grundsätzlich für die Wiedereingliederung einen wert-vollen Grundstein bildet.
Das Urlaubswesen ist für die korrekte administrative Abwicklung verantwortlich und erstellt die Empfehlungen an die einweisende Behörde.
Bei den als gemeingefährlich eingestuften Strafgefangenen finden zusätzlich, zur Beur-teilung des weiteren Vorgehens, in der Regel Vollzugskoordinationssitzungen (VKS) statt. Nebst einweisender Behörde, SozialarbeiterIn, TherapeutIn, WerkmeisterIn und GruppenbetreuerIn, nimmt auch der/die UrlaubsachbearbeiterIn teil.
In wöchentlich stattfindenden Sitzungen werden die Anträge der Direktion unterbreitet.